Michael Benaglio : Das Skelett. Literatur gegen neoliberale Blähungen (l21)

5,00€

Produktbeschreibung

Michael Benaglio (Pseud.):
Das Skelett.
Literatur gegen neoliberale Blähungen

Büchlein mit 144 Seiten, DIN A6 (Hosentaschenformat) auf Umweltpapier gedruckt.
Osnabrück: Packpapier-Verlag 2009. ISBN 978-3-931504-47-6

DIE ANTI-NEOLIBERALE PROVOKATION AUS ÖSTERREICH!
Michael Benaglio, bekennender 68er, beschwört in zugleich politisch radikalen wie mystischen Bildern und Kurzgeschichten die Lebenswirklichkeiten im Neoliberalismus. Sensible Wortgemälde wechseln sich mit deftig-derben literarischen Karateschlägen ab, und an allem nagt ein ironischer Humor, der zum Überleben notwendig und für den Benaglio bekannt ist. Michael Benaglio liest seit dem Jahr 2000 aus eigenen Werken und denen anderer Autoren, u.a. Hermann Hesse, meist in Verbindung mit Musik (Poesie und Musik). Veröffentlichungen im Brucker Literaturturm und im österreichischen Antifa Info. Banaglio leitet seit 2006 das Forum „Club Literatur“ in Graz.
INHALT: * Ode an die Neoliberalen * Wie das Skelett, das den Bundeskanzler erschoß, zu einer olympischen Gottheit wurde * Nackter Protest* Ein verrücktes Abendessen mit Folgen * Das Schiff * Straflager * Voodoo Child * Bleibt unten* Zeitanalyse
AUSZUG AUS DER ERZÄHLUNG „SKELETT“:
„Große Aufregung in Wien. Tatort: vor dem Parlament. Blaulichter und Sirenen rotierten, schrien wild durcheinander, Polizei sperrte den Raum vor dem Parlament ab und drängte eine neugierig gaffende, wogende Menschenmenge zurück. Es war eben Nacht geworden, der Himmel verhangen und Dunkelheit flutete durch die Gassen, nur schwach und unwirklich von den Straßenlichtern verdrängt./ Am Boden vor dem Parlament lag der ultragroße, megalangweilige Bundeskanzler. Blut sickerte aus seinem durchschossenen Sakko, lief in kleinen Rinnsalen über den Asphalt. Die Augen erloschen, der Mund zum stummen Schrei geöffnet, die Finger verkrampft. Und Pallas Athene, die stolz als Göttin der Gerechtigkeit vor dem Parlament stand, schloß ihre überirdischen Augen. Es war einfach zuviel, der ultagroße, megalangweilige Bundeskanzler war erschossen worden.
Dabei hatte er so erfolgreich seine schwer rechtslastige Regierung geführt. Er hatte das Volk zum Sparen angehalten und die Superreichen, wie es ihnen gebührte, noch superreicher gemacht. Ein Politiker der Spitzenklasse, einer, der Wein trank und Wasser predigte, ein Demagoge im Heiligenschein des Neoliberalismus; ein Genie.“
AUSZUG AUS „VOODOO CHILD“:
„“Haha“ sagte der König der Schlangen zu mir und grinste mich an. „Haha.“ / Ich musterte ihn. 1,50 Meter groß. Grün. Giftzähne. Eine züngelnde Zunge. Und der unergründliche Blick. “Haha“. (…) Er liebte es, sich zu wiederholen, wie dies Alte, Könige, Narren und Politiker eben so gerne tun. (…) / Sicher, sie haben professionelle Werbeagenturen hinter sich. Ich bin nur ein Zeitgeisttrottel.“

AUSZUG AUS „DAS SCHIFF“:
„Wir gehen. Sie wollen uns nicht. (…) Wir gehen, denn sie vertragen uns nicht. (…) Wir gehen. Und sie folgen uns nicht.“

AUSZUG AUS „ZEITANALYSE“:
„Wir leben in einer Zeit, in der sie es geschafft haben, die Ökonomisierung der Herzen und Hirne durchzusetzen (…) Wir leben in einer Zeit, in der sie es geschafft haben, daß wir keine Lieder mehr singen, nicht mehr pfeifen, nicht mehr verrückt sein wollen. / Wir leben in einer Zeit, in der sie es geschafft haben, daß der Widerstand wächst. Bei den Alten. Bei den Jungen.“