Ostermarsch 2006, diesmal in 83 Städten der Bundesrepublik! 
1. Im folgenden einige Fotos vom Ostermarsch Im Ruhrgebiet (an 3 Tagen von Duisburg nach Dortmund)
2. Die aktuelle Pressemitteilung des Netzwerks Friedenskooperative vom 17,4,2006
3. Die aktuelle Pressemitteilung der Infostelle Ostermarsch vom 17,4,2006

... ein Straßenpanorama über zwei Bilder ...

... der Himmel darf nicht fehlen:                ... ein Unterschriftentransparent:

     

... eine Steelband vor gemischtem Publikum:                 ... und ein Infostand mit leider weniger Publikum

   
 
 
 
 

Postive Bilanz der Ostermärsche gezogen
Beteiligung schließlich weit höher als erwartet
Netzwerk Friedenskooperative

(Bonn) Das Netzwerk Friedenskooperative in Bonn zieht eine ausgesprochen positive Bilanz der diesjährigen Ostermärsche. Initiativen der Friedensbewegung, Gewerkschafter, Globalisierungskritiker und christliche Gruppen haben sich laustark zu Wort gemeldet und Alternativen zur Außen- und Militärpolitik der Bundesregierung propagiert.

Wichtige Themen waren u.a. der Irankonflikt, die Abschaffung der Atomwaffen, das vom Krieg angerichtete Desaster im Irak, sowie die Rüstungskosten und die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die geplante EU-Militärmission im Kongo wurde abgelehnt, stattdessen eine stärkere und effektivere Entwicklungszusammenarbeit und Unterbindung von Rüstungsexporten gefordert.

Auch die Beteiligung ist in der Bilanz mehr als befriedigend. Nach einem schleppenden Beginn mit kleineren Veranstaltungen in der Karwoche hat die Beteiligung an den Aktionen seit dem Osterwochenende die Erwartungen der Veranstalter meist weit übertroffen. Zudem haben sich neben langjährig in Friedensinitiativen Aktiven auch viele junge Menschen beteiligt.

Im Mittelpunkt standen die Forderung nach einer friedlichen Lösung des Atomstreites mit Iran. Die Bundesregierung ist aufgefordert, sich beim Treffen mit den ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates in Moskau dem Drängen der US-Administration nach Sanktionen und einer Resolution gemäß Kapitel sieben der UN-Charta zu widersetzen.

Die konstruktiven Alternativen zur befürchteten weiteren Eskalation sind bei den Ostermarschkundgebungen vielfach angesprochen worden. Nichtangriffsgarantien für den von US-Basen umzingelten Iran und ein Bemühen um eine Atomwaffenfreie Zone im Nahen und Mittleren Osten sowie ernsthafte Initiativen für Sicherheit und Zusammenarbeit in der Gesamtregion sind realistische Möglichkeiten, das Mullah-Regime unter "Wahrung des Gesichts" zu über die Pflichten aus dem Sperrvertrag hinausgehenden Zugeständnissen zu veranlassen. So könnte auch eine politische Lösung des "Schlüsselkonflikts" Israel/Palästina befördert und Sicherheitsgarantien für Israel erreicht werden. Von der EU mitgetragene Drohungen gegen Iran werden das Gegenteil bewirken und würden später von der US-Regierung als Rechtfertigung für Militärschläge und dem Auslösen eines Flächenbrandes in der Gesamtregion benutzt werden.

Die Abschaffung aller Atomwaffen und der Abzug der in der Bundesrepublik verbliebenen Atomwaffen wurde 20 Jahre nach dem GAU von Tschernobyl verbunden mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und dem massiven Ausbau eneuerbarer Energien.
Insgesamt haben die Ostermärsche dazu beigetragen, das Misstrauen gegen Krieg und Militär in unserer Gesellschaft aufrecht zu erhalten und realistische Alternativen Ziviler Konfliktbearbeitung zu propagieren. Die von den Ministern Schäuble und Jung erstrebte Änderung des Grundgesetzes zur Ausweitung der Militäreinsätze in aller Welt und der Ermöglichung von Bundeswehreinsätzen im Innern wird auf großen Widerspruch stoßen.
                                                                                Manfred Stenner
P.S.: Die Ostermärsche werden beim Netzwerk dokumentiert. Inbesondere sind viele der Redemanuskripte sowie Informationen zu den Rednerinnen und Rednern im web abrufbar.
P.P.S.: Unmittelbar nach den Ostermärschen werden die Aktionen zu "20 Jahre Tschernobyl" fortgesetzt. Auch hier sind vielfach Gruppen und Organisationen aus der Friedensbewegung beteiligt. Ein Veranstaltungskalender auch dazu wird beim Netzwerk Friedenskooperative unter www.friedenskooperative.de geführt.

E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org                       Website: www.friedenskooperative.de
 
 

                   Presseinformation Nr. 11, 17.04.06
Abschluss der Osteraktionen am heutigen Ostermontag
                        Infostelle Ostermarsch 2006
(Frankfurt am Main) - Zehntausende Menschen beteiligten sich nach den der "Infostelle Ostermarsch 2006" vorliegenden Angaben in 83 Städten an den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung. In diesem Jahr fanden wieder mehr Ostermärsche statt, keiner musste, entgegen der irrtümlichen Meldung einer Agentur, abgesagt werden, und insbesondere jüngere Menschen bestimmten das Erscheinungsbild. Die Organisatoren der örtlichen und regionalen Friedensinitiativen zeigten sich mit der Beteiligung und der politischen Eindeutigkeit "bei bunter Vielfalt" zufrieden.

Die Organisatoren verstehen die Osteraktionen als Auftakt einer anwachsenden Kampagne, um den nächsten irrsinnigen Krieg Washingtons, diesmal gegen den Iran, doch noch zu verhindern. Besorgnis haben Planungen der USA ausgelöst, den Iran, auch unter Einsatz atomarer Waffen, militärisch anzu-greifen. Gefordert wurde eine politische Lösung wie eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten sowie eine Nichtangriffsgarantie der USA für den Iran. Die Demonstranten warnten die Bundesregierung davor, sich hinter einer angeblichen "Solidarität" mit der Bush-Regierung zu verstecken, die das Faustrecht wieder in den internationalen Beziehungen anzuwenden sucht.

Das Beispiel Irak habe gezeigt, dass mit Krieg kein Frieden zu schaffen und mit militärischen Mitteln kein Terror zu besiegen ist. Krieg ist die Ursache für sich steigernde Gewalt in der Welt. Gefordert wurde der Abzug aller fremden Truppen aus dem Irak.

Die Bundesrepublik Deutschland könne mit einer Politik der globalen Vorherrschaft durch militärische Intervention vor allem dort, wo sich Öl und andere wichtigen Rohstoffe befinden, nichts gewinnen, hieß es. Das Ziel müsse globale Gerechtigkeit statt militärischer Vorherrschaft und die Respektierung des Völkerrechts statt weiterer Präventivkriege sein.

Abgelehnt wurde die deutsche Beteiligung an stattfindenden und weiteren Kriegen, die Produktion neuer kostspieliger Rüstungsprojekte für diese Kriege und der Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Verlangt wurde der Rückzug deutscher Truppen von Auslandseinsätzen, die Abschaffung aller Atomwaffen - insbesondere die in unserem Land lagernden - und ein Verbot des Rüstungsexports. Vorgeschlagen wurden wirksame Instrumente zur zivilen Konfliktlösung.

Demonstriert wurde an wichtigen Schaltstellen der Kriegsplanung wie dem Sitz des "Kommando Operative Führung Einsatzkräfte", der strategischen Kommandozentrale für weltweite Bundeswehr und EU - Einsätze sowie dem Flughafen für den strategischen Lufttransport. Dies, um insbesondere die Ablehnung einer Militärstrategie zu verdeutlichen, die auf verfassungswidrige militärische Intervention außerhalb des Nato-Bereichs abzielt.

Die von Verteidigungsminister Jung angestrebte Änderung unserer Rechtsordnung, um künftige Auslandseinsätze und den Einsatz der Bundeswehr im Innern zu legitimieren, ziele auf eine andere Republik.

Der Sprecher der bundesweiten Infostelle Ostermarsch 2006, Willi van Ooyen, hält es für erforderlich und möglich, die Friedensbewegung wieder so zu stärken und in neue Bereiche auszuweiten, dass der Krieg gegen den Iran verhindert und Schritte zur Abrüstung eingeleitet werden können.

Kontakt: Ostermarschbüro Frankfurt/M.: Tel.: 069/24249950, Fax: 069/24249951
E-Mail: Frieden-und-Zukunft@t-online.de                       Website: www.ostermarsch.info