Lukács, ua: Geschichte und Klassenbewußtsein heute 3, 9,90 (e133)

9,90

Beschreibung

e133 Georg Lukács, ua: Geschichte und Klassenbewußtsein heute 3 XII/92 S. A5, 9,90

Georg Lukács, Karl Mannheim, Ervin Sinkó, Lothar Wolfstetter, GESCHICHTE UND KLASSENBEWUSSTSEIN HEUTE 3: Vom Sonntagskreis um Georg Lukács zur Wissenssoziologie und heute. XII/92 S. A5, Mai 2023, 9,90 €

Inhalt: Lothar Wolfstetter, EINLEITUNG * Lothar Wolfstetter, GESCHICHTE UND KLASSENBEWUSSTSEIN HEUTE 3: Vom Sonntagskreis und der Wissenssoziologie zur Organisationsfrage heute * Georg Lukács, ÜBER ETHIK UND POLITIK: Diskussionsbeitrag im Sonntagskreis * Karl Mannheim, DIE GRUNDPROBLEME DER KULTURPHILOSOPHIE: Vorlesung * Lothar Wolfstetter, DIE UTOPIEBILDER VON WOLFGANG SCHMIDT, MARKUS EIDT * Wolfgang Schmidt, Markus Eidt, DIE UTOPIEBILDER * Ervin Sinkó, VOR DEM RICHTER: Erzählung * Lothar Wolfstetter, FOUCAULTS WERKE UND DIE FOUCAULTIANA BEI MATERIALIS * Lothar Wolfstetter, DAS MATERIALIS- UND MATE-KAMOA-PROJEKT

2021-2023

Ich bin außerdem ganz froh über die Theoriefortschritte, die ich mit dem Buch machen konnte. Die Vorstellung von Lenin „Erst die Befreiungspraxis ohne Freiheitspraktiken, dann der Aufbau des Sozialismus ohne Freiheitspraktiken, um dann irgendwann die Freiheitspraktiken walten zu lassen“ hat sich ja nicht bewährt. Lukács hat in „Geschichte und Klassenbewusstsein“ dieser Konzeption noch mit einem ethischen Vorbehalt zugestimmt. Aber er hat später diesen Vorbehalt aufgegeben. Daher ist heute wichtig, auf den Lukács des Budapester Sonntagskreises zurückzugehen und damit den Anschluss heute zu versuchen. Dies zumal der Sonntagskreis ja gute Ergebnisse erbracht hat, die ich im Buch darstelle und wiedergebe: Kulturphilosophie, Wissenssoziologie, Ideologiekritik, und er hat dort die Bereitschaft zur politischen Praxis hervorgebracht. Der Clou ist außerdem: In der Diskussion von 1969 in „Geschichte und Klassenbewusstsein heute“ wird auf die Ethik und die Freiheitspraktiken des Sonntagskreies nicht rekurriert. Stattdessen wird auf die Alternative, die in der 68er Bewegung stattgehabte individuelle Emanzipation, hingewiesen. Diese war aber ein Zerfallsprodukt der 68er Bewegung. Krahl hat die individuelle Emanzipation in „Konstitution und Klassenkampf“ nur instrumentell-politisch, als hinderlich, dysfunktional für die Bewegung, aber nicht ethisch kritisiert. Er hat nicht die Not-wendigkeit der Subjektkonstitution als Basis für die Freiheitspraktiken erkannt, wie dies später Foucault tat, aber auch schon Morus getan hatte. Insofern hat die Diskussion von 1969 nicht das gebracht, was ich bei ihrer Initiierung erhofft hatte, auch wenn in der Diskussion eine elaborierte Auseinandersetzung mit Lukács stattgefunden hat. Ich meine, dass wir da inzwischen heute weiter sind. Wir sind so in der Lage, die Alternative des Budapester Sonntagskreises herauszuarbeiten, zumal ja auch Foucault wissenschaftlich

und politisch daran weitergearbeitet hat.“