Beschreibung
Lothar Wolfstetter, BOTTICELLI VERHILFT EINEM KULTURSCHUB ZUM DURCHBRUCH:
Die Spiegelung der Philosophie der Renaissance in der Kunst von Sandro Botticelli. Materialis 2010. ISBN 978-3-88535-451-2, 42 S. A4 mit 5 Abb., Spiralbindung, 9,90 €
Entgegen dem aktuellen Tenor der Kunstwissenschaft zeigt der Autor, dass die neuplatonische Philosophie von Marsilio Ficino für Botticellis Motivik im Einzelnen viel bestimmender ist als die literarischen antiken Quellen. Und auch bei den Madonnenbildern ist die neuplatonische Konzeption der Hintergrund. Auch unterlässt es die Kunstwissenschaft hervorzuheben, dass Botticelli als Erster die Monothematik christlicher Bildmotive aufgibt. Zwar schiebt das Savonarola-Regime und der anschließende Backslash durch die Kirche dem wieder einen Riegel vor, aber Botticelli gestaltet daraufhin das Madonnenmotiv zu einer Feier der Mutter-Kind-Liebe um und kann so der Humanisierung des Christentums einen Schub verleihen, da sich diese Motivik mit Macht in der Kunst ausbreitet. Die Porträts sind zudem eine zweite, weltliche Bildergruppe, die bei Botticelli als Erstem eine Hauptrolle spielen. Und hier nimmt er Mittel der modernen Kunst vorweg. Neben der allgemeinen Argumentation liegt der zweite Hauptertrag des Buches bei den konkreten Bildinterpretationen. (L.W.)



