Wolfstetter, die Ermordung der Philosophin Hypatia, 64 S.A4 12,90 (e166)

12,90

Beschreibung

Lothar Wolfstetter, DIE ERMORDUNG DER PHILOSOPHIN UND NATURWISSENSCHAFTLERIN HYPATIA AUF ANSTIFTUNG DES CHRISTLICHEN PATRIARCHEN KYRILLOS: Eine Tat, um die Dogmen des geozentrischen Weltbilds und der Wesensgleichheit von Jesus mit Gottvater an einer Andersdenkenden zu exekutieren. Materialis 2014/2025. ISBN 978-3-88535-479-6, 64 S. A4 mit 10 Abb, 12,90 €

Hildesheim ägyptisches Museum, leider ist nur ¼ wegen Umbaus zu sehen. … Die weitgehend reduzierte Ausstellung hier in Hildesheim ist vor dem Hintergrund der Geschichte von Hypatia dennoch bewegend. Für mich ist augenscheinlich, dass die 400 Jahre nach Null ebenso wie die annähernd 2000 Jahre Staatskirche nur ein ideologische Tünche über der Menschheitsgeschichte sind, die sich verflüchtigen könnte wie verdunstendes Wasser. Ich weiß noch nicht, wie ich das Thema fassen soll. Eigentlich interessiert mich, warum so viele Schriftsteller, die mir sympathisch sind, sich zu orientalischen Themen hingezogen fühlen, zum alten Ägypten mehr noch als zu Babylon, Assur, Sumer, Rom, Mykene, Indien, China; höchstens Karthago kommt da noch mit. Es muss eine Besonderheit darin liegen, die ich mir endlich seit diesem Hypathia-Text kulturpolitisch erklären kann.“ … deshalb erscheint dieses Werk erweitert und vermehrt um eine literaturgeschichtliche Recherche in literarischen Werken aus allen europäischen Regionen der letzten Jahrhunderte. Dabei fragt man sich, haben all unsere großen Schriftsteller denn gar nicht über das ideologische Fundament des christlichen Abendlandes hinausdenken können? Mußte denn wirklich das staatskirchliche Konzept und der katholisch-protestantische Materialismus zur unwidersprochenen Vorbedingung fast aller europäischen Literatur und damit der Kultur werden? – welcher die Schönen und Reichen, die Fürsten und Großkaufleute und märkischen Junker und rheinischen Industriellen in gleichem Maße unterworfen sind, wie die verarmten Proleten und Auf- und Absteiger. Daß der unbedarfte, unnachdenkliche Zeitgenosse im westlichen, östlichen, südlichen, nördlichen Europa die Religion und das christliche Abendland für überholt hält, und im Materialismus der Konsumgesellschaft, elektronischer Vernetzung und Maschinenintelligenz ein kaum zu überbietendes, noch nie dagewesenes Zuvilisationskonzept erblickt, wundert nicht – aber man könnte ja mal nachdenken und eine materialistische staatskirchliche Religion darin erkennen.